Manchmal hilft nur Atmen

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„Du bist immer so entspannt!“ – „Bei dir zuhause ist doch bestimmt alles immer ganz geregelt!“ – „Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass du auch mal laut wirst!“… Ja, ich bin immer ganz entspannt, total durchgeplant und immer cool! Schön wärs! NEIN, auch bei mir zu hause herrscht das ganz normale Leben mit seinem Chaos. Und ja, ich gebe es zu, auch ich stehe manchmal einfach da, könnte heulen und weiß nicht mehr wie ich das alles machen soll! Auch wenn ich Yogalehrerin bin und viel Yoga mache, ich bin auch nur ein Mensch und wenn alle Schüler weg sind, dann herrscht hier auch Chaos und Familienleben.

Ich schreibe das nicht, weil ich mich beschweren möchte oder mir den Frust von der Seele schreiben muss, sondern vielmehr um denen Mut und Zuversicht zu geben, denen es genau so geht wie mir.

Anfang des Jahres wurde bei mir Hashimoto diagnostiziert, eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Viele haben Probleme mit ihrer Schilddrüse und müssen darum lebenslang Hormone nehmen. So lässt sich das auch ganz gut regeln, aber dennoch ist der Körper keine Maschine und es kommt immer wieder zu Schwankungen und Schüben. An solchen Tagen bin ich persönlich ganz dünnhäutig und kann bei dem kleinsten Pips an die Decke gehen. Meine Familie kann mir dann mächtig auf die Nerven gehen und hysterische Heulkrämpfe und Wutausbrüche sind dann keine Seltenheit. Yoga kann dann helfen, vor allem Yin-Yoga, um wieder zu sich selbst zu finden, ruhiger zu werden und die Coolness, die man sonst so an den Tag gelegt hat wieder zu finden. Aber das ist auch nicht immer alles. Und selbst wenn man keine Hormonkrankheit als „Ausrede“ hat – steht man als Mama oft an dem Punkt der vollen Verzweiflung.

Was mir persönlich im Alltag hilft ist eigentlich ganz einfach: Tief Durchatmen – wenn wir ein – zweimal vollständig ausatmen, dann löst sich Druck in uns auf. Das verspricht übrigens auch Patanjali im Yoga-Sutra 1.34 – mentaler Druck wird gelöst, wenn wir lange und vollständig ausatmen. Sogar meine Tochter hat schon gemerkt, dass ich diese Technik oft anwende, wenn ich kurz davor bin lauter zu werden. Dann höre ich schon öfters: „Mama, atme mal tief durch!“ Und ehrlich gesagt, dass ist dann schon fast so süß, dass ich nicht mehr sauer sein kann und mich voll auf die Ausatmung konzentrieren kann.

Probier es einfach mal selbst aus! Weil manchmal können wir nur Atmen und darauf vertrauen, dass alles wieder gut wird.

Und wenn du mehr über Atmen und unseren Geist erfahren möchtest, dann empfehle ich Yoga, denn das hat gaaanz viel damit zu tun!